Termine


Performances with Johanna Chemnitz

Currently Johanna is touring the world widely as a dancer in Mette Ingvartsens works 7 Pleasures and To come (extended). More information about the pieces as well as touring dates you can find at www.metteingvartsen.net

Johanna also dances in Margrét Sara Gudjónsdóttirs new work Conspiracy Ceremony - Hypersonic States.
More infos and touring dates here: www.msgudjonsdottir.com
Johanna will as well be a part of M.S.Gudjónsdóttirs upcoming work Pervasive Magnetic Stimuli, premiering in November 2018.

Johannas most recent creations are the solo dance piece Shapes of Noise and Silence which has first been presented at Aabendans Roskilde (DK) in 2017. In the same year, she has been creating a choreography for Henrik Vibskovs fashion show The Five O´Clock Leg Alignment which has been presented in Paris (FR) and Copenhagen (DK). »link 



Upcoming Workshops and Trainings & Regular Teaching Dates






Johanna has founded Ashtanga Yoga Bindu, a network for classes and workshops in traditional Ashtanga Yoga in DK and internationally. You can read more here: www.ashtangayogabindu.com

She continues to regularly teach Ashtanga Yoga Mysore and Led Classes in Copenhagen and Ringsted (DK), and in Berlin at the Ashtanga Studio Berlin (GER) »www.ashtangastudio.de
Please send an e-mail to mail@ashtangayogao.com in case of questions to where and when Johanna is teaching.


Projekte

Shapes of Noise and Silence


Shapes of Noise and Silence, Photo by Annika Nilsson

 

Shapes of Noise and Silence is a solo dance piece by dancer and choreographer Johanna Chemnitz in artistic collaboration with fashion designer Judith Klingenfeld and the musician Olivier Meyer. Images and situations that inhere an intensive sensation of noise and silence form the base of this work, while their sensorial and associative resonance is in the main focus. The work has first been presented at Aabendsans Roskilde (DK) in 2017.


Choreography & dance: Johanna Chemnitz
Costume: Judith Klingenfeld
Music: Olivier Meyer
Mentor: Kitt Johnson
Photography: Annika Nilsson

Many thanks to Ann-Charlotte Monrad and Ole Bertram / Prana Yoga Shala, the Projektcentret of Dansehallerne Copenhagen and Annika Nilsson.



 

Dishevelled


Photo: Anne Sophie Malmberg

Dishevelled ist eine kollaborative Arbeit von und mit Johanna Chemnitz, Sonja Pregrad und dem Musiker Neven Krajačić.

In diesem Stück richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die Themen Identität, Realität und Auflösung. Wir erforschen die Bereiche von Schärfe und Unschärfe, zerzausend. Wir erschaffen eine Welt, bewegt und voll der Logik der Instabilität. Wir geben uns einer Welt jenseits der Logik hin und widmen uns dem Unbestimmbaren.
Trailer: www.tanzforumberlin.de

Dishevelled wurde 2009 im Rahmen der Plattform Young Choreographers in Zagreb (HR) uraufgeführt und eröffnete 2010 die Tanztage Berlin in den Sophiensaelen.

Konzept, Choreographie & Tanz: Sonja Pregrad & Johanna Chemnitz
Musik: Neven Krajačić
Coaching: Peter Pleyer
Kostüm & Bühnenbild: Sonja Pregrad & Johanna Chemnitz
Fotografie und Graphik: Anne Sophie Malmberg
Produktion: Sonja Pregrad
Co-Produktion: Tanztage Berlin
Länge: ca 38 Min

Finanziert und unterstützt von:
Ministarstva kulture Republike Hrvatske i Gradskog ureda za obrazovanje, kulturu i sport Zagreba, Eksscene- CeKaO Zagreb and Centra za kulturu i informacije Maksimir, Dock 11 Berlin

Shortmovie


Photo: Annika Nilsson_short movies

von Annika Nilsson, Anne Sophie Malmberg und Johanna Chemnitz
Die drei Kurzfilme Stolzenhagen Princes sind Teil der Serie von kollaborativen Arbeiten der drei Künstlerinnen Nilsson, Malmberg und Chemnitz. Innerhalb dieser Serie setzen sie sich, ausgehend vom Märchenhaften und Wunderhaften, mit inszenierten, sich transformierenden Körpern in Landschaften und Städten auseinander.
Die Filme entstanden im Rahmen des Ponderosa Artist Exchange 2008 und 2009. Sie wurden auf dem Ponderosa Festival und beim Festival Potsdamer Tanztage, Internationales Festival für Tanz und Performance 2010 präsentiert.
Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Mitwirkenden und bei Ponderosa für die große Unterstützung.

Scrawling


Photo: Peter Lange_scrawling

In dem Stück scrawling (zu Deutsch: krakeln, kritzeln) setzen wir uns unmittelbar tänzerisch mit unseren Sinneseindrücken von Marrakesch auseinander und erstellen mittels des Körpers skizzenhafte, imaginierte Zeichnungen. Es handelt sich dabei um strukturierte Improvisationen und Kompositionen, die direkt von der Dynamik, den Energien und den Strukturen des Ortes beeinflusst werden. scrawling entstand aus einer Kollaboration zwischen Johanna Chemnitz und Kathryn Rave.
Die Arbeit scrawling wurde eigens für das Festival International de Danse Contemporaine de Marrakech, On Marche kreiert. In diesem Rahmen hatte scrawling 2009 im Grand Théatre Royal de Marrakech Premiere.

Choreographie und Tanz: Kathryn Rave & Johanna Chemnitz
Konzept: Johanna Chemnitz
Länge: 20 Min
Unterstützt von: Goethe Institut, Dialogpunkt Deutsch
Dank an: Jessica Laigniel

Tief. Schwarz.


Photo: Philipp Wittulsky_Tief.Schwarz

Dieses Solo von Johanna Chemnitz wurde durch die Texte Terezia Moras' und Meret Oppenheims und deren enorme Poetik, Bildwelten von Realität und fantastischen Mythen sowie deren Kraft, Imagination zu triggern, inspiriert. Johanna Chemnitz kreiert dieses Stück, indem sie mittels des Körpers und des Tanzes Worte und Bilder erspürt, stiehlt, auseinander nimmt und wieder und anders zusammenfügt. Der Körper lässt die Bilder in Bewegung transformieren und ebnet so den Weg für eine neue, assoziative Narrative. Das Stück Tief.Schwarz. ist ein Erkunden von unvertrauten, fremdartigen Welten.
Trailer: www.tanzforumberlin.de

Tief.Schwarz. hatte 2008 Premiere im 103 studio Berlin und wurde 2009 im Theater des Dock 11 Berlin aufgeführt.

Choreographie & Tanz: Johanna Chemnitz
Licht: Asier Solana
Musik: Rechenzentrum
Länge: 18 Min

Festland


Festland

Das Stück Festland von und mit Palina Krause und Johanna Chemnitz zeigt zwei Menschen bei dem Versuch, das wilde Chaos dieser Welt zu begreifen, um es ertragen zu können. Von den beiden Figuren wird hierbei ein in sich abgeschlossenes, kleines Universum erschaffen, wobei jeglicher Versuch dem zu entfliehen scheitert. Was bleibt ist ein Festland der Ausgrenzung und der gemeinsamen Einsamkeit, erhellt allein durch den feinen Humor des Spiels und der Rituale des Alltäglichen.
Festland wurde 2007 in der Brotfabrik Berlin uraufgeführt, gewann 2008 den Jurypreis beim 100° Festival in den Sophiensaelen Berlin und eröffnete im selben Jahr das Festival Theaterland Steiermark (AT).

Choreographie und Tanz: Palina Krause & Johanna Chemnitz
Bühnenbild und Kostüm: Palina Krause & Johanna Chemnitz
Assistenz: Robert Hesselbach
Länge: 35 Min

Kurse



Vision 

In her workshops and classes, Johanna puts emphasis on supporting the students' courage and trust. She addresses sensuality and curiosity in body and mind as a base of a development towards artistic maturity, high technical skills are a mere side effect of the work. She works with methods that allow the students to grow from where they stand as individuals and within a group; Methods that support them to fully incorporate their strengths and weaknesses, help them to get in touch with their individual potentials and unfold creativity. The students are encouraged to explore - in depth, with respect and dedication - the different layers we can approach as dancers and performers (form, emotion, imagination, etc.), and to reach out for the emergence of poetry in movement and performance – in it´s unique and various manifestations. The format of the classes, training and workshops depend on the topic, group and setting.


Ashtanga



Ashtanga Yoga wie wir es heute praktizieren geht auf die Lehren des Sri K Pattabhi Jois zurück. Diese stehen im Bezug zu den Lehren seines Lehrers Sri Krishnamacharya und damit zu einer weitreichenden Lineage von bedeutenden Yogalehrenden und Rishis.
Ashtanga Yoga ist ein kraftvolles System, das, wenn es regelmäßig praktiziert wird, zu Flexibilität, Kraft und Gesundheit auf sowohl körperlicher, als auch psychischer Ebene führt.
Die Sequenzen von Positionen (im Sanskrit bezeichnet als Asanas) dieser Yogaform bewirken, unter anderem, die Entgiftung des Körpers, die Ausrichtung der muskulären Struktur und der Knochenstruktur sowie die Reinigung des Nervensystems. Ashtanga Yoga arbeitet mit der einzigartigen Methode des Vinyasa: die Vereinigung von Atmung und Bewegung. Vinyasa bestimmt die Weise in der die verschiedenen Asanas fließend miteinander verbunden werden. Diese Praxis entfaltet ihre volle Wirksamkeit, wenn sie in Kombination mit der dazugehörigen Ujjayi Atemtechnik und den muskulären, energetischen "Verschlüssen", den Bandhas, ausgeübt wird. Um die Praxis noch weiter zu vertiefen und den Geist zur Ruhe zu bringen, richtet sich der Fokus der Augen auf bestimmte Punkte (im Sanskrit als Drishti bezeichnet), die je nach Asana variieren. Ashtanga Yoga ist eine dynamische Meditation.

Mysore Style
Ashtanga Yoga wird traditionell im Mysore Style unterrichtet. In diesem System des Unterrichtens werden jedem Schüler der Gruppe individuell die Serien des Ashtanga Yoga Schritt für Schritt beigebracht. Dadurch wird dem Lehrer ermöglicht, die Schüler sicher durch die Praxis zu begleiten und dabei auf spezifische Voraussetzungen und Lerntempi einzugehen. Um die Praktizierenden in dieser kraftvollen und zugleich sanften Praxis zu unterstützen, werden Informationen und Korrekturen verbal, zumeist jedoch über so genannte Hands-on-adjustments kommuniziert. Innerhalb einer Klasse können sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Schüler gleichzeitig praktizieren. Es mag je nach Gruppe sinnvoll sein, mit einem intensiven Workshop oder auch dem geführten Gruppenunterricht zu beginnen um von dort ausgehend den Mysore Style Unterricht aufzubauen. Ashtanga Yoga kann von jedem praktiziert werden, egal welchen Alters.

Einzelunterricht
Termine für Einzelunterricht sind gerne möglich nach Absprache. Bitte kontaktiere mich bei Interesse über e-mail.

Johanna Chemnitz & Ashtanga Yoga
Johanna is von Manju Pattabhi Jois autorisiert, traditionelles Ashtanga Yoga, Nadi Shodana Pranayama und Vedisches Chanten zu unterrichten.
Sie begann 2005 bei Andrea Lutz Ashtanga Yoga zu lernen und praktiziert seither täglich. Seit 2007 unterrichtet sie regelmäßig Klassen (Mysore Style und Led) im Ashtanga Studio Berlin und freiberuflich an anderen Orten. Über mehrere Jahre erlernte sie Praxis und Unterrichten des Ashtanga Systems durch Andrea und half ihr zugleich, das Ashtanga Studio Berlin aufzubauen. Sie nahm zudem regelmäßig an Ashtanga Yoga Teacher Trainings für die 1. Serie (Yoga Chikitsa) und 2. Serie (Nadi Shodana) bei Andrea Lutz, Manju Jois und Nancy Gilgoff in Berlin teil und assistierte ihnen dort in Klassen und Workshops. Seit 2010 praktizierte sie auch bei Susanna Finocchi in Kopenhagen (DK) und war ausserdem Teil des Lehrerteams bei Astanga Yoga København. Derzeit unterrichtet Johanna Ashtanga Yoga hauptsächlich in der Prana Yoga Shala in Kopenhagen, und weiterhin bei Andrea im Ashtanga Studio Berlin.

 

Bio


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Dance
Johanna was born 1981 in Hanover (GER) and studied Modern and Contemporary Dance at the Hogeschool voor de Kunsten, Danceacademy Arnhem (NL) from 2000-2004.

She has been based in Berlin since 2004 and has worked with Jens van Daele; Eszter Gàl; Sasha Waltz & Guests; Trisha Brown; Pipaluk Supernova/Half Machine Copenhagen; AlexB; Mans Erlandson; Sanja Ristic/Cie Salon Sauvage; Maren Witte; Nir De Volff/TotalBrutal; Vidal Bini/KHZ and over the past several years with Margrèt-Sara Gudjónsdóttir and Mette Ingvartsen. 
Regularly she has been involved in artistic collaboration with the visual artists Anne Sophie Malmberg, Annika Nilsson, and others. 

She has been teaching workshops and classes in Improvisation & Composition and Dance Technique since 2005 and Ashtanga Yoga since 2007. Amongst other places, she has taught at Ponderosa Dance Festival, Tanzfabrik Berlin, Meg Stuart & Damaged Goods, Ekszena Zagreb, Ashtanga Studio Berlin, Eden Studios Berlin, Dansehallerne Copenhagen, Bauhaus University Weimar and University of Fine Arts Hamburg. 
Since 2006, Johanna has been creating works mainly in collaboration with other artists, which have been performed internationally, won prices and opened festivals: the piece Festland together with Palina Krause; the work scrawling with Kathryn Rave; the solo Tief.Schwarz.; the short movies Stolzenhagen Princes together with the visual artists Sophie Malmberg and Annika Nilsson as well as the dance piece Dishevelled with Sonja Pregrad and the musician Neven Krajačić.

Her solo dance piece Shapes of Noise and Silence has first been presented at Aabendans Roskilde (DK) in 2017.
In the same year, she has been creating a choreography for Henrik Vibskovs fashion show The Five O´Clock Leg Alignment in Paris (FR) and Copenhagen (DK).
Johanna lives with her family in Denmarks countryside nearby Copenhagen.

Yoga
Johanna began studying Ashtanga Yoga with her dear friend and teacher Andrea Lutz in 2005 and has been practicing this method intensively on a daily base ever since. Over many years, Andrea has been teaching her how to teach the Ashtanga System and Johanna has been supporting her in building up the Ashtanga Studio Berlin. Johanna has been guiding Mysore and Led classes in the Ashtanga Studio on a regular basis and also as a freelance teacher in other places since 2007. She has regularly attended workshops and Ashtanga Yoga Teachers Trainings for the Primary and Intermediate and Advanced Series with Manju Jois and Nancy Gilgoff in Berlin (GER) and has assisted them there in classes and workshops. From 2010 on she also has been practicing with Susanna Finocchi in Copenhagen (DK) and has been part of the teachers team of Astanga Yoga Copenhagen. Currently she is teaching Ashtanga within the phrame of Ashtanga Yoga Ø and continues to teach at the Ashtanga Studio Berlin as a guest teacher. Johanna is authorized by Manju Pattabhi Jois to teach traditional Ashtanga Yoga, Nadi Shodana Pranayama and Vedic Chanting. Senior teacher Nancy Gilgoff became her primary Yoga teacher over the past many years, and Johanna teaches Ashtanga Yoga as taught by Nancy today.

Presse


Auszüge aus dem Artikel der Zeitschrift TANZ (Ausgabe November 2010) über Johanna Chemnitz in Margrét Sara Gudjónsdóttirs Stück Soft Target. Von Arnd Wesemann
"Ein nackter Raum im Ballhaus Ost in Berlin. Vier Scheinwerfer bedrängen die Tänzerin wie in einem Käfig. Ihre im Stakkato blinzelnden Augenlider feuern zurück. Die Füße stehen ruhig auf den Dachbodendielen. Von den Lidern wandern rhythmische Schläge durch ihren starken Körper. Zu schnellen Lounge-Beats von Peter Rehberg beißt ihr Blick. Sie ist das eingesperrte Wild. Vorsichtig auf allen dreien hebt sie eine vor Kraft strotzende Tatze in den Raum. (...) Jeder ihrer muskulösen Schritte wirkt wie bei einem Tier: kräftig, überlegt, zielgerichtet, vorsichtig. Schon bei ihrer Ausbildung an der Tanzakademie in Arnheim lernte sie, dass mit bloßer Dekonstruktion der Körper eine Katastrophe wird. Er zerzaust, wie zuletzt bei den «Berliner Tanztagen» in ihrem Duett Dishevelled mit Sonja Pregrad. Diesen ausgestellten, von der Bühne gefangenen, choreografisch zerstückelten Körper näht sie wieder zusammen. Entschieden reckt sie den Kopf in die Kläglichkeit des Raumes, wie um einen Windstoß von Freiheit zu spüren. Sie nimmt den Blick gefangen, indem ihr Körper zu denken beginnt. (...)"

scrawling MARRAKESCH
Johanna Chemnitz berichtet über ein Festival in Marokkos
Roter Stadt
Der Artikel erschien in der Zeitschrift tanzraumberlin (Ausgabe 07-08 2009) 
"Heute finden viele Tanzfestivals in der außereuropäischen Peripherie statt. Die Berliner Choreografin Johanna Chemnitz trat im Januar beim Festival International de Danse Contemporaine de Marrakech auf. In tanzraumberlin erzählt sie von ihren Eindrücken.
Text: Johanna Chemnitz, Tänzerin und Choreografin

Gerade noch befand ich mich zu Proben und Vorstellungen in Basel, mitten in den Schweizer Bergen. Kurz darauf finde ich mich in Marrakesch wieder. Ich werde aus dem Flugzeug geschoben, atme die marokkanische Luft ein, schaue in den Himmel und stelle mit Erstaunen fest, dass diese Stadt ebenfalls von Schnee bedeckten Bergen umrahmt ist. Ich werde von Jessica Laigniel abgeholt, die in Marrakesch lebt, für den Dialogpunkt des Goethe-Instituts arbeitet, und mich und Kathryn Rave eingeladen hat, an dem Festival International de Danse Contemporaine de Marrakech On Marche… teilzunehmen. Wir fahren mit dem Bus in die Stadt, an uns vorbei ziehen Eselskarren, hupende Mofas und viele Taxis. Dann kommen wir in der Medina an, der Altstadt. Ein Ort, an dem die Atmosphäre sich stündlich ändert, wie wir bald feststellen werden. In den Gassen drängen sich Menschen, Tiere, dazwischen Fahrzeuge. Am Rande stapeln sich brauchbare und unbrauchbare Dinge. Wilde Katzen überall, mit Hühnerköpfen zwischen Zähnen und Pfoten. Direkt nach der Ankunft im Hotel bahnen wir uns den Weg durch das Geflecht der Straßen, zu unserer ersten Vorstellung im Grand Theatre Royal. Wir werden herzlich begrüßt und empfangen von Bouchra Ouizguen, Taoufiq Izzediou und all den anderen Idealisten, die mit unglaublichem Elan dem zeitgenössischen Tanz einen Raum innerhalb ihrer Kultur bereiten. Ihr starker Wille und die große Herzensverbundenheit mit dem Tanz sind deutlich spürbar. Das, was sie leisten, ist absolute Pionierarbeit. Im Theatre Royal wird sichtbar, wie es in Marokko um Theater und zeitgenössischen Tanz bestellt ist. Das Gebäude ist mächtig und groß, die Fassade steht stolz inmitten der Stadt. Im Innern aber ist das Theater eine Ruine, liegt brach. Die Erlaubnis innerhalb des niemals fertiggestellten Vorstellungssaales zu performen wurde in letzter Minute zurückgezogen. On Marche… nimmt sich dem zum Trotz Raum, belebt ihn. Wir performen im ehemals prachtvoll angelegten Foyer unsere Arbeit scrawling, in der wir uns unmittelbar tänzerisch mit unseren Sinneseindrücken von Marrakesch auseinandersetzen und mittels des Körpers skizzenhafte, imaginierte Zeichnungen erstellen. Es handelt sich dabei um strukturierte Improvisationen, die direkt von der Dynamik, den Energien und von den Strukturen des Ortes beeinflusst werden. Wie neugierig das marokkanische Publikum auf Tanzvorstellungen reagiert, wird uns nicht nur während unserer eigenen Performances klar, sondern auch, wenn wir als Zuschauer die Vorstellungen der anderen besuchen. Das Publikum, bestehend aus internationalen Experten und einer abendlich wachsenden Zahl von jungen, interessierten Marokkanern, die mit zeitgenössischem Tanz niemals zuvor in Berührung gekommen sind, stellt eine hochdynamische Mischung dar. Bewegung geht durch den Saal, es wird gelacht, getuschelt, gepfiffen, gejohlt, in gespannter Aufmerksamkeit geschwiegen, ein- und ausgegangen. Und es wird deutlich, dass der Umgang mit dem Körper in den präsentierten Stücken das junge marokkanische Publikum zugleich fasziniert und beschämt, da er sich sehr vom Gewohnten unterscheidet. Dennoch herrscht eine große, hellwache Neugier, und uns Darstellern ist lebendiges, von stark intuitivem Bezug rührendes Feedback, gewiss. Jede Nacht wird gemeinsam gegessen und geredet, werden Gedanken und Kontakte ausgetauscht, bis man irgendwann erschöpft in die Kissen sinkt. Eine besondere Erfahrung war auch unsere Vorstellung von scrawling in der ESAV, der einzigen Filmhochschule ganz Afrikas. Gerade als wir begannen, die Terrasse des Neubaus zu betanzen, kam ein Sturm auf, scheinbar aus dem Nichts. Der Tanzteppich schlug Wellen, flog in die Höhe, die Bühne war im Begriff sich aufzulösen. Jemand aus dem Publikum begann, nahe liegende Holzpaletten heran zu tragen, um damit den Tanzboden zu beschweren. Die nächsten gesellten sich dazu, und plötzlich war ein Bühnenbild entstanden, schön und wüst, wie wir es uns nicht hätten erträumen können. Am nächsten Tag schon geht mein Flieger zurück nach Deutschland. Einmal mehr feilschen um den Preis für die Taxifahrt, noch ein paar letzte Geldstücke für Kaffee und Croissant. Im Flugzeug fallen mir sofort die Augen zu, am Bremer Flughafen wache ich wieder auf, Marrakeschs bewegende Bilder, bereichernde Erfahrungen und Wärme noch präsent."

Interview mit Johanna Chemnitz und Sonja Pregrad zur Festivaleröffnung der Tanztage Berlin 2010 mit Dishevelled, veröffentlicht im Onlinejournal für Tanzkritiken Januar 2010, www.tanzpresse.de
"Wie würdet ihr euer Stück Dishevelled beschreiben?
Johanna: In Dishevelled geben wir uns einer Welt jenseits der Logik hin und widmen uns dem Unbestimmbaren. Das Stück setzt sich mit Realität, Identität und Auflösung auseinander. Wir haben uns innerhalb des Prozesses auch sehr stark mit dem Scheitern befasst, mit verschiedenen Möglichkeiten und Formen des Scheiterns, dem ruhigen, stillen Scheitern, dem heftigen, lärmenden, aufgewühlten Scheitern und vor allem dem Mut und der Lust zum Scheitern.
Sonja: I would also describe it as dealing with the physical texture, which actually carries an emotional confrontation for each one of us. Through shaking, the structure falls off and maybe leaves a different shape of what is identity, be it personal, gender, social.
Was waren die Einflüsse und Motivation für das Stück?
Sonja: The collaboration and exchange of two and then three people sharing a language of looking at things and coming from two different areas of Europe, two cities, which in very different way support and carry in itself a great production of art and culture and dialogue. I think the motivation was a desire for confrontation in many subtle and less subtle ways. Some of the influences were the film Thelma and Louise, Egon Schiele, André Lepecki and Johanna Chemnitz.
Johanna: Francis Bacon und Matthew Barney gehören für mich als Einflüsse dazu. Ganz wichtig sind auch jene Fotos, die innerhalb unserer Proben mit Sophie Malmberg entstanden sind. Die Bildende Kunst in Form von Fotografie, Malerei und Skulptur hatte also einen sehr starken Einfluss auf unsere Arbeit. Für mich prägend und inspirierend war auch der Workshop mit Meg Stuart, an dem ich in diesem Sommer in Stolzenhagen teilgenommen habe. Und die Arbeit mit Sonja natürlich!
Wie war die Produktionssituation in Berlin?
Sonja: Helpful and intense.
Johanna: Wir hatten das Glück, in den neuen Räumen vom Dock 11 in Pankow zu proben: einem herrlichen, riesigen Altbauzimmer. Das tat der Arbeit gut. Schwierig waren allerdings die finanziellen Bedingungen. Wir haben uns jedoch dazu entschieden, das geringe Budget, das wir zur Verfügung hatten, für alle Mitwirkenden auszugeben. Denn das Arbeiten ohne Gage wollten wir auf jeden Fall vermeiden.
Was bedeuten Tanz und Choreografie für euch? 
Johanna: Tanz und Choreografie würde ich als eine große Liebe von mir bezeichnen. Und zu großen Lieben gehört viel Auseinandersetzung, Kommunikation, Leidenschaft, auch viel Konflikt, viel Angst beizeiten und ganz viel Freude. Außerdem stellen Tanz und Choreografie eine, wie ich finde, einzigartige Form der Kommunikation dar. Ich sehe dies als einen langwierigen Prozess an.
Sonja: It is a call, a profession, a political attitude. I desire to work with physicality of dance, seeing what kind of text and dramaturgy it produces.
Was gefällt euch an der Berliner Tanzszene?
Sonja: I guess I like, that there is a lot of organized experiments with a political attitude.
Johanna: Ich mag es sehr, dass sie so vielfältig ist: Ich möchte die Menschen, die in ihr wirken und die Begegnungen mit ihnen nicht missen."

Fotos

Kontakt


Johanna Chemnitz
Lergravsvej 17, Ørslev
4100 Ringsted, DK

Phone: +45 29 82 79 74
mail@johannachemnitz.com
mail@ashtangayogao.com



links:
www.ashtangastudio.de
www.pranayogashala.dk
www.astanga.dk
www.movingtemple.net
www.khz-vidalbini.com

www.carolinemeyerpicard.com

www.msgudjonsdottir.com
www.s-h-i-f-t-s.org

www.annesophiemalmberg.com
www.liveartinstallations.com
www.ponderosa-dance.de
www.tanzscoutberlin.de
www.candicemilon.com

Design: Hannes Nordiek (www.hannesnordiek.deemail)
Programmierung: Nicolas Traeder (www.codebility.comemail)

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